May 2008
Monthly Archive
Fri 30 May 2008
Posted by Haselmaus under
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Auf dem Tisch stehen verschiedene Dinge. zurückgelassen und vielleicht vergessen. Auf jeden Fall unerwünscht. Zum einen ist da eine kristallene Schale. Sehr breit und flach ruht sie auf einem gedrehten Fuß, und sieht so fast aus wie der erblühte Elfenbeiturm. Nur oben auf liegt kein mondenes Mädchen, nein, ein kleiner See von Tränen hat sich dort gesammelt, und auf ihm treiben silberne Seerosenblätter, die manchmal blitzen, doch größtenteils matt und stumpf das salzige Wasser verdecken. An dessen Grund ruht das Gesicht eines jungen Mannes, wachsartig. Nicht mehr veränderbar, fotohaft, irgendwann wohl völlig aufgelöst vom Salz der Tränen.
Daneben eine vormals weiße Gipshand, die sich um etwas weiches, schwarzes schließt, dass zu leben scheint. Es sieht aus wie das Ei auf dem wandernden Berge, nur wird es von gierigen Fingern umkrallt, deren Nägel sich scharf an fünf Stellen ins rohe Fleisch bohren. Aus ihnen sickert langsam und stetig etwas schwarzes. Rinnt an dem eiförmigen Organ herunter, an der einst weißen Hand, in ein Tintenfass hinein, dass nie voll wird. Ein alter Mann taucht stetig seine Feder in das Fässlein und schreibt damit die Wände, den Tisch, sein Gesicht, ja die Seerosenblätter und mich voll. Dazwischen scheint ein goldener Hirsch zu grasen, unbeweglich. Aber er findet nichts auf dem Tisch, auf dem gläsernen Tiffany-Tisch, dessen Muster an Pfauenfedern erinnert. Manchmal habe ich Lust von all dem ein Foto zu machen, Fernando darunter zu schreiben und es als Kunst zu verkaufen. Und mich gegen einen Aufpreis dazu. Aber dann. Niemand würde einen passenden Rahmen finden, und jeder hat seinen eigenen Tisch, oft wohl reichhaltiger mit Pokalen geschmückt oder von mehr Tinte überzogen. Also setze ich mir die Brille ab. Auf dem Tisch liegend sieht sie sehr schmutzig aus, aber ich habe auch eine Ewigkeit nicht mehr an sie gedacht. Dazu stelle ich noch ein Glas frisch gepressten Orangensaft und Erwin. Ein viel zu großes Meerschwein, um die Ästhetik zu zerstören. Dann lege ich leise Klaviermusik auf, die über den Tisch sickert und alles zu einer zartbitteren Torte verbäckt, die vielleicht keine Kunst ist, die aber hervorragend schmeckt und gewollte Magenschmerzen verspricht. Wunderbar.
Konrad Schulze, Mai 2008
Fri 30 May 2008
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For what do you wish?
I wish for a raspy male mouth in my neck.
…and a heart in my hand that I can destroy and feel satisfied…
…and when all your ink dried on my skin I will coldly expose it to the wind, so that he can devour it and that it will never be seen again…
…I wish for your eyes to implant them over my bed so that YOU must watch me mourning the time we shared…
…. I wish for a male chaotic elven wizzard to summon all the thunderstorms out of their graves to ravage the world, except for the spot you are standing on, to leave you all alone on my destroyed earth…
… I wish for a single kiss of you to mend my broken heart….
Konrad Schulze, Mai 2008
Fri 30 May 2008
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Nachdem ich mühsam den Grashalm emporgeklettert war, um über den Rand der Wiese schauen zu können, da stürzte die Rabenflut über mir zusammen. Keiner konnte mir sagen warum. Auch ich selbst nicht. Lang und schwarz waren die Federn, die ich mir aus den Augen zog, und an ihnen klebte genauso sein Blut, wie das der restlichen Welt. Ach, warum denn Blut. Reste waren es, von den zerbrochenen Figuren in meinem Kopf, und Spiegelsplitter, in denen sie einst alles spiegeln wollten. Der ganze Morgen ist voll von den Federn, und immer neue schieben ihren spitzen Kiel durch meine Pupillen ins Freie. Fast quellen sie über den Balkon, füllen sie doch schon hüfthoch die Wohnung, die mich festhält.
Und immernoch weiß keiner warum. Die Flut lässt Bilder verschwimmen, die ich aufbewahren wollte. Von ihm zum Beispiel finde ich nur noch Kopf und Füße. Ozymandias in der Federwüste, und die Raben schreien aus meinen Ohren. Bin ich ein Kleinkind, sobald die Flut stoppt? Nur noch feiner Sand im Kopf, von zerriebenen Bildern. Er rieselt aus meiner Nase in meinen Mund, und zeigt die Jahre an, die noch vergehen werden. Die Frage ist nur: habe ich das gewollte? Die Bilder verlieren? Und noch mehr: hat er es gewollt? Ich eine Uhr, deren Sekunden zerstörte Bilder sind, die aus mir herausrieseln, bis neue Bilder gepflanzt werden können.
Wenn ich die Augen weit genug öffne, dann kann vielleicht jmd in mich hineinspazieren und das alles besichtigen. Oder der ungewollte Rest fällt endlich auch noch daraus hervor. Oder ich nehme all die Federn, klebe sie auf meinen Rücken und verdecke so die Narben, die noch von den Flügeln zeugen. Aber da hat mich die Rabenflut schon den Grashalm herunter gespült, zwischen die Wurzeln, und ich warte auf den nächsten Wurm, der mich mitnimmt, in einen anderen Teil des Gartens.
Konrad Schulze, Mai 2008
Fri 30 May 2008
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Bei FreundenNo Comments
…Ich kenne dich schon lange.
Ich weiß. Du bist in einem weißen Raum zu Welt gekommen. Es war nicht dein erste Tag, und die Erinnerungen begleiten dich immernoch. Wenn du die Augen öffnest, scheinen sie daraus hervor und sind flüchtig auf den weißen Wänden zu beobachten. Aber du öffnest die Augen lieber nicht. Das Weiß blendet sicher. Und dir wird schwindelig, weil der Raum keine Ecken und Kanten erkennen lässt. Es ging mir genauso. So muss sich Unendlichkeit anfühlen.
In der Hand hältst du ein Herz. Nein. Eine Spindel ist es und das Blut kommt aus deinem Finger. Hast du dich absichtlich gestochen? Wolltest du das Zuviel aus dir herauslassen? Oder wolltest du sehen ob du noch da bist, im Weiß? Mit dem Fingernagel trennst du den ersten Faden aus der Spindel und ziehst ihn quer durch das Zimmer. Er spannt sich, wie von einem roten Stift gezeichnet, mitten durch den Raum. Noch einen und noch einen ziehst von dem Herz, bis nur noch das Stück Holz übrig bleibt, auf dass es gewickelt war. Jetzt ist da ein Netz aus roten Fäden, durch den ganzen Raum gespannt, und du hockst darin wie eine blinde Spinne. Dabei bist du doch der, der gefangen ist! Wenn du jetzt noch anfängst, Fäden aus dir selbst zu ziehen, dann kommst du nie wieder frei! Die weiße Unendlichkeit wartet auf dich! Aber du hängst, ganz in weiß, im roten Netz. Du könntest an den Saiten zupfen. Gläserne Töne, die so blass an die Wände stoßen, wie deine Erinnerungen….
Konrad Schulze
Fri 30 May 2008
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“Ich möchte ganz leer sein, Janus!”
So hörte es auf. Danach war Stille zwischen uns, die wie aufgescheuchte Fledermäuse zwischen uns hin und her flatterten, und uns dabei derb ins Gesicht schlugen, mit ihren ledernern Flügeln. Das hielt keiner aus. Von vorn und von hinten ins Gesicht geschlagen, von der Seite kreischt es durch die Ohren direkt in den Hohlraum, der unsere Nasen trennt. Kein Wunder, dass wir zusammen zum Arzt gingen und getrennt zurück kamen. Es war nur ein kleiner Schnitt, und lange blutete der Rücken wirklich nicht. Nur: so war es nicht vorbei. Der Hohlraum war gewachsen. Früher ein Felsen, so hatte der Medicus eine Höhle hineingeschnitten, riesig und dunkel, so dass keine Schritte von den Wänden hallen konnten. Fauliges Wasser durchspült sie, und der Schwarm Fledermäuse wächst. Aufgescheucht, je nachdem, wer von uns sich gerade bewegt, klatschen sie an die Innenseite meines oder seines Kopfes. Spüren, ja wir spüren es trotzdem noch beide.
Einmal stürzte ich mich rückwärts in die Höhle, in der Hoffnung irgendwo, am anderen Ende, seinen Rücken zu treffen. Aber es war so dunkel, und ich landete mit dem Kopf in einer brackigen Pfütze. Dann verlor ich das Bewusstsein, aus Enttäuschung wohl, denn Schmerz spürte ich schon lange nicht mehr.
Nun könnte man ja meinen, der Teilung wäre es genug gewesen. Getrennt vor Schmerz, vereint, geteilt durch Träume, die nicht enden wollten, und die von jeder Berührung wieder geweckt wurden, letztlich, zerteilt vom Abschluss, der innere, bei dem die Hälfte übergangen wurde, die noch nicht fertig war. Nicht fertig mit den ganzen Teilungen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Der Traum ertrank in der Brackwasserpfütze. Und als die Höhle zusammenbrach, da stürzten Familiengefühle aus den Augen wie Rabenfedern. Es war nicht mehr feierlich. Dann aber kommt ein Lied daher, in rot-weiß geringelten Socken, und wir verlassen am liebsten sämtliche Wege um barfuß durch feuchtes Moos zu gehen. Mit den Füßen in den Boden lauschen und die Zehen umarmen die Schatten. Wie wärs? So saugen wir uns voll am Sommer, und fallen prall und schlafend vom Himmel, bevor es Herbst wird.
Konrad Schulze
Wed 28 May 2008
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Als er sich in einen Vogel verwandelt hatte, war das erste, was er tat, aus dem Garten fortzufliegen und sich auf die Stromleitung gegenüber zu setzen. Auf der anderen Seite der Straße. Dort, wo das staubige Feld begann, das kein Ende nehmen wollte, ehe der ferne Wald es wie eine niedrige Hecke umschloss. Von da aus schaute er nun in den Garten zurück, aus dem er sich gerade in die Luft erhoben hatte. Die weiße, porzellanähnliche Bank, die vor dem hohen Schilf einen Blick auf den kleinen See bot, war immer sein Lieblingsplatz gewesen. Sein grünes Handtuch hing noch über der Armstütze. Als er aus dem See stieg, da zog das abperlende Wasser ihm die Haut vom Körper wie eine nicht mehr benötigte Schale, und darunter kamen Federn zum Vorschein. Das Handtuch hatte nun kein Verwendung mehr. Der kühle Abendwind trocknete schnell sein Gefieder, und aus dem anfänglich verklebt aussehenden Küken war schnell ein schillernder Vogel geworden.
Vorsichtig, das Fliegen noch zu wenig gewohnt, setzte er Fuß neben Fuß, immer vorsichtig die Stromleitung umkrallend, so wanderte er zwei Meter über der Erde weg von seinem Garten, der ohne ihn sowieso leer und vielleicht sogar tot wirken würde. Es war sehr anstrengend. Seitlich auf einem Seil zu balancieren, in einem Körper, so leicht und frei, dass jede Bewegung weiter trug, als sie geplant war. Hätte ihn jemand bemerkt, er hätte wohl schmunzeln müssen. Aber es gab niemanden, der so langsam lebte. Niemand beachtete den bewegungslosen Vogel auf der Leitung, und er sah niemanden, waren die Menschen doch zu schnell um sie wahrzunehmen. Deswegen hatte er sich für die Langsamkeit entschieden. Während eines Kusses war es gewesen, damals. Die Entscheidung riss den hübschen Knaben von seinen Lippen, so dass er Tage danach noch blutete. Seither quollen die Generationen unbemerkt an ihm vorbei.
Jetzt sitzt er auf der Leitung. Ob seine Flügel ihn tragen können, wenn er so langsam fliegt? Vielleicht braucht man ja eine bestimmte Geschwindigkeit, um fliegen zu können. Aber schneller werden will er auf keine Fall, soviel steht fest. Sicher. Trotzdem, und das muss man ihm anrechnen, schließt er die Augen und lässt sich mit ausgebreiteten Flügeln fallen. Und da sind alle Hände fort, die ihn noch getragen haben. Die Hände seiner Mutter, seiner Schwester, die Hände die zu dem Mund gehörten, den er einst küsste. Auch die Hände seines Vaters, aber sie sind noch zu sehen, als dunkler Schatten liegen sie auf der Erde, und Felsspitzen wachsen daraus hervor, um den Stürzenden zu empfangen. Er aber fällt durch den Boden hindurch. Immer und immer wieder, wie als würde er unten aus einem Bild fallen und oben wieder hinein. In das gleich Bild. Es gibt keinen Aufprall. Und, ohne moralisch zu werden, es würde immer so weitergehen, wäre da nicht der Moment, in dem er begreift, dass es nicht auf die Flügel ankommt. Er faltet sie zusammen, und schwebt, wellenartig, über dem Boden, auf dessen farbigen Laub die Abendsonne spielt. Sein Schatten markiert die Stelle des tausendfachen Aufpralls, die unter ihm mit an alle Orte wandern wird, bis er sich traut, auf ihr zu landen. Die Erde sanft zu küssen und seinen Schatten mit Füßen zu treten. Es wird am Meer sein, träumen wir, und aus der Stadt werden Hände quellen, ihm seine Federn auszuzupfen und den nackten Mann in die Wellen zu schicken. Träumen wir. Er träumt nur mit dem Körper. Dem Vogelkörper, der so leicht ist, dass ein Wind ihn schnell davonreißen könnte.
Als sich der Vorhang senkt, reißt er ihn von der Decke, den roten, legt ihn sich um die Schulter und wird zum Kaiser.
Konrad Schulze
Thu 22 May 2008
Er dreht sich noch einmal vorm Spiegel. Die silberne Schärpe passt wunderbar auf seinen gut ausdefinierten Körper. Sie läuft genau mittig über seine muskulöse Brust, ohne die beiden schönen Brustwarzen zu verdecken. Außerdem passte sie hervorragend zu seiner Haut. Matt glitzerte das silberne Band, matt glitzerten die weißen Kristalle, die sich zu einer Haut zusammensetzten. Weich und beweglich unterschied sie nichts von meiner Haut. Außer der Temperatur. So kühl lag sie unter meiner Hand, so kühl wie die stahlblauen Augen, die im Spiegel prüfend über den matt glitzernden Körper glitten. Nur wenn man sie kannte sah man , wie sich zu dem stechenden Blau eine Note von Beifall mischte. Er findet sich schön. Gerade mit der silbernen Schärpe. Bei ihm war alles aus diesen Kristallen. Ich habe überall nachgesehen. Die Augen, die Haare, die Fingernägel. Alles hatte die gleiche Konsistenz. War nur unterschiedlich gefärbt. Die Haare waren rötlich-braun, unbehandelte Kristalle. Die Fingernägel noch klarer als die eh schon helle Haut. Fast durchsichtig. Die Augen sahen aus wie aus dem Himmel geschnitten. Sie schneiden auch, wenn sein Blick über uns Menschen gleitet, schaben Schuppen von unserer Oberfläche, die wir keine Kristalle haben, seine Blicke zu reflektieren.
Heute geht er aus. Die perfekt sitzende Schärpe ist das einzige, was er tragen wird. Fast. Ein silbernes Krönchen steckt er noch schnell in die Haare, das sich geschmackvoll von den rötlich-braunen Haaren abhebt. Ein letzter Blick in den Spiegel und er steht draußen auf offener Straße. Ein junger Gott, ganz aus milchig weißen Kristallen. Die Blicke bleiben an ihm kleben, was nicht verwunderlich ist. Wenn man an ihm leckt, bleibt ein süßlicher Geschmack auf der Zunge zurück, der einen leicht süchtig macht. Ich habe es probiert. Man leckt und leckt, bis der ganze Mann nass glänzt, nicht mehr matt, sondern schillernd, bis einem schlecht ist und man sich mit Bauchkrämpfen vor ihm krümmt. Von außen sieht es so aus, als betete man ihn an. Das ist vielleicht das Schlimmste. Auch heute bleiben sämtliche Blicke wieder an ihm kleben. Seine nackte Schönheit, so ganz aus Kristallen aufgebaut, hat aber auch wirklich etwas verführerisches. Immernoch, obwohl ich mich schon heftig erbrechen musste von ihm. Und nicht nur die Blicke folgen ihm, auch die Schritte, die ganzen jungen Männer die er auf seinem Weg durch die Stadt einfängt, sie hängen in einer großen Traube hinter ihm. Und ihre Füße folgen ihm traumwandlerisch, während sie sich entkleiden, ihre menschliche Haut dumpf und fahl im Gegensatz zu seinem hellen Geglitzer. Irgendwann, wenn er das Gefühl hat, genug Anhänger hinter sich versammelt zu haben, strebt er geradewegs den großen goldenen Pforten zu, die sich hinter ihm und seiner Meute nackter Jünglinge schließt wie der Deckel einer überladenen Sahnetorte.
Innen ist es wohlig und warm. Rote Lampen gießen rotes Licht über die nackten Leiber, es scheint als ob es pulsiert. Dabei pulsieren die Körper. Im rhythmischen Kontraktionen tanzen sie ihren Körper weg, bis ihr Bewusstsein offen liegt wie der Nerv eines aufgebohrten Zahnes. Ausgeliefert. Abhängig. Aus den Poren ihres Denkens fließt giftiger Schweiß, der nach Tabak und Knoblauch stinkt. Und Rosenblüten, denn einige konnten es nicht lassen. Dazwischen glitzert und glänzt er. Immer weniger glitzert er, immer mehr glänzt er. Seine Haut tropft in Strömen unter die sich Windenden, verteilt sich klebrig zwischen den Körpern und fliegt teilweise schaumig von zuckenden Gliedmaßen. Aufgelöst vom Schweiß der nackten Bande bleibt nur die silberne Schärpe und das Krönchen übrig. Es liegt auch noch, wenn die Männer schon längst heimgegangen sind, oder sich gegenseitig verschlungen haben, um den letzten Rest seiner Anwesendheit in sich aufzusaugen. Ein einsames Krönchen in einem Club voller verbrauchter Luft. Die Wände und der Boden kleben vom breitgeschmierten Zucker.
Die Putzkolonne kann nur oberflächlich bereinigen, sitzen die Generationen der Zuckermänner zu tief schon in den Därmen der Stadt.
Konrad Schulze
picture: http://jinnwoo.deviantart.com
Sat 17 May 2008
Posted by Haselmaus under
GedichtigesNo Comments
Ein roter Mund
Klebt an einer Scheibe
An einem grauen Haus
An einem grauen Tag
Rutscht hinunter
HInterlässt
Eine rote Spur in meinem Leben
Langsam die Straße hinab
Fahles Licht
In Ölpfützen gelöste Tränen
Ein schaukelndes Kind im Regen
Fahnen, zu schwer zum wehen
Graue Vögel am grauen Himmel
Fliegend über die Stadt
Zerfließend in meiner Hand
Sehnsucht nach blauer Seele
In nassen Strümpfen
Der Apfel
Ein roter Mund
Konrad Schulze 2002
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