es war einmal ein Mann
der war immer und oft traurig
nur manchmal
es musste nichtmal die Sonne scheinen, da war er nicht wählerisch
manchmal da lächelte er einfach so stumm vor sich hin
keiner wusste warum, denn er sagte so wenig.
er sprach sowieso fast nie, und wenn, dann nicht über sich.
vielleicht war das der Grund, warum alle dachten, er sei ein trauriger Mann
auf jeden Fall hieß er in der ganze Stadt der traurige Mann
alles passte ins Bild
er hockte unter einem alten Baum, der die äste hängen lies, jeden Tag hockte er da, auf der grünen Parkbank, und rauchte eine uralte Pfeife
und seine Haare sahen aus wie schwarzes Wasser.
und die Kinder hatten Angst vor ihm
und trotzdem
manchmal lächelte er eben, und noch heute möchte ich gern wissen, warum er denn gelächelt hat, der traurige Mann.
früh, wenn ich zur Schule ging, saß er schon dort, und abends, wenn ich heimging, saß er immernoch dort.
und je älter ich wurde, desto länger saß er dort, denn ich ging ja immer später nach hause.
eines Tages war er weg
einfach verschwunden.
niemand hatte ihn gehen sehen, niemand wusste wohin.
man erzählte sich: sie haben unseren traurigen Mann gestohlen
aber das leben ging weiter
nur war der platz auf der grünen bank unter dem alten Baum jetzt immer leer
keiner wagte sich, ihn zu nutzen
alle hatten Angst, er könnte zurückkommen und böse werden, denn es war ja sein Platz, oder noch schlimmer, sie könnten selbst der traurige Mann werden.
und trotzdem
ohne den traurigen Mann waren die Bank und der Baum noch trauriger.
dann bin ich weggezogen

und Jahan sagt immernoch nichts
das ist doch traurig

parkbank