Zitate


Antes de falamos de uma pessoa, devemos considerar três coisas:

a) Verdade - tenho certeza que algo é verdadeiro?

b) Bondade - Gostaria que dissessem a mesma coisa de você?

c) Necessidade - Serà que é necessário en contar isso?

Dona Geraldina - Fantasma no Predio 124, Apartamento 501, Areal de Cima, Dois de Julho

Eines Morgens, in dessem trüben Zwielicht alle Zeit stehengeblieben zu sein schien, erblickte er schließlich von einem Hügel aus die Sümpfe der Traurigkeit. [...]

Artax schnaubte leise vor Entsetzen.

>>Sollen wir dort hinein Herr?<<

>>Ja!<<, antwortete Atréju, >>wie müssen den Hornberg finden, der mitten in diesen Sümpfen liegt.<<

Er trieb Artax an, und das Pferdchen gehorchte. Schritt für Schritt prüfte es mit seinen Hufen die Festigkeit des Bodens, doch kamen sie so nur sehr langsam vorwärts. Schließlich stieg Atréju ab und führte Artax am Zügel hinter sich her. Ein paarmal sank das Pferd ein, doch gelang es ihm immer wieder, sich herauszuarbeiten. Aber je tiefer sie in die Sümpfe der Traurigkeit eindrangen, desto schwerfälliger wurden seinen Bewegungen. Es ließ den Kopf hängen und schleppte sich nur noch vorwärts.

>>Artax<<, sagte Atréju, >>was ist mit dir?<<

>>Ich weiß nicht, Herr<<, antwortete das Tier, >>ich meine, wir sollten umkehren. Es hat ja doch keinen Zweck. Wir laufen etwas nach, wovon du nur geträumt hast. Aber wir werden nichts finden. Vielleicht ist es auch sowieso schon zu spät. Vielleicht ist die Kindliche Kaiserin schon gestorben, und alles, was wir tun, ist sinnlos. Lass uns umkehren, Herr.<<

>>So hast du noch nie geredet, Artax<<, meinte Atréju erstaunt, >> was fehlt dir? Bist du krank?<<

>>Vielleicht<<, erwiderte Artax, >>bei jedem Schritt, den wir weitergehen, wird die Traurigkeit in meinem Herzen größer. Ich habe keine Hoffnung mehr, Herr. Und ich fühle mich so schwer, so schwer. Ich glaube, ich kann nicht mehr weiter.<<

>>Aber wir müssen weiter!<<, rief Atréju, >>Komm, Artax!<<

Er zog am Zügel, aber Artax blieb stehen. Er war schon bis zum Bauch eingesunken. Und er machte keine Anstalten mehr, sich herauszuarbeiten.

>>Artax!<<, schrie Atréju, >>du darfst dich jetzt nicht gehenlassen! Komm! Komm heraus, sonst wirst du versinken!<<

>>Lass mich, Herr!<< antwortete das Pferdchen, >>ich schaffe es nicht. Geh allein weiter! Kümmere dich nicht um mich! Ich kann diese Traurigkeit nicht mehr aushalten. Ich will sterben.<<

Atréju zerrte verzweifelt am Zügel, aber das Pferdchen versank immer tiefer. Er konnte nichts dagegen tun. Als schließlich nur noch der Kopf des Tieres aus dem schwarzen Wasser ragte, nahm er ihn in die Arme.

>>Ich halte dich fest, Artax<<, flüsterte er, >>ich lass dich nicht untergehen.<<

Das Pferdchen wieherte noch einmal leise.

>>Du kannst mir nicht mehr helfen, Herr. Mit mir ist es aus. Wir wussten beide nicht, was uns hier erwartet. Jetzt wissen wir es, warum die Sümpfe der Traurigkeit diesen Namen haben. Die Traurigkeit ist es, die mich so schwer gemacht hat, dass ich versinken muss. Es gibt kein Entrinnen.<<

>>Aber ich bin doch auch hier<<, sagte Atréju, >>und fühle nichts.<<

>>Du trägst den Glanz, Herr<<, antwortete Artax, >> du bist geschützt.<<

>>Dann will ich dir das Zeichen umhängen<<, stieß Atréju hervor, >>vielleicht schützt es dich auch.<<

Er machte Anstalten die Kette von seinem Hals zu nehmen.

>>Nein,<< schnaubte das Pferdchen, >>das darfst du nicht, Herr. Das Pantakel ist dir gegeben worden, und du hast nicht die Erlaubnis, es nach deinem Gutdünken weiterzugeben. Du musst ohne mich weiter suchen.<<

Atréju drückte sein Gesicht and die Wange des Pferdes.

>>Artax…<<, flüsterte er erstickt, >>oh mein Artax!<<

>>Willst du mir noch eine letzte Bitte erfüllten, Herr?<< fragte das Tier. Atréju nickte stumm.

>>Dann bitte ich dich fortzugehen. Ich möchte nicht, dass du zusiehst, wenn es jetzt mit mir zum Letzten kommt. Willst du mir diesen Gefallen tun?<<

Atréju stand langsam auf. Der Kopf des Pferdchens lag jetzt schon halb im schwarzen Wasser.

>>Leb wohl, Atréju, mein Herr!<< sagte es, >>— und danke!<<

Atréju presste die Lippen aufeinander. Er vermochte nichts zu sagen. Er nickte Artax noch einem zu, dann wandte er sich ab und ging fort.

Michael Ende, “Die Unendliche Geschichte” Kapitel 3 “Die uralte Morla”

Man kann nie wissen, was man wollen soll, weil man nur ein Leben hat, das man weder
mit früheren Leben vergleichen noch in späteren korrigieren kann.
Es ist unmöglch zu überprüfen, welche Entscheidung die richtige ist, weil es keine
Vergleiche gibt. Man erlebt alles unmittelbar, zum ersten Mal, ohne Vorbereitung.
Wie ein Schauspieler, der auf die Bühne kommt, ohne vorher je geprobt zu haben. Was
aber kann das Leben wert sein, wenn die erste Probe für das Leben schon das Leben
selbst ist? Aus diesem Grunde gleicht das Leben immer einer Skizze. Auch das Wort
“Skizze” ist nicht das richtige Wort, weil eine Skizze immer ein Entwurf zu etwas
ist, die Vorbereitung eines Bildes, während die Skizze unseres Lebens eine Skizze
von nichts ist, ein Entwurf ohne Bild.

Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Wenn ich davon träume, wo ich eines Tages wohnen werde, dann stelle ich mir eine Art Palast vor. Ich wohne in dem einen Flügel des riesigen leeren Gebäudes und in dem gegenüberliegendem Teil wohnt ein anderer Mann. Zwischen uns befinden sich endlose, kilometerlange Korridore, phobiaderart viele leere Räume mit hoher Decke, in denen ich mich verlaufe, von welchen ich immer neue entdecke… Ich wandere in diesen Zimmern herum, manchmal treffe ich auch Fremde, manchmal auf ihn. Dann schlafe ich mit ihm in der Stille des verwaisten Ballsaals, durch dessen unverglaste Fenster die Schwalben hereinfliegen. Gemalte Giganten beobachten uns von der Decke aus und wir betrachten uns dabei selbst in den stumpfen Spiegeln. Dann begebe ich mich wieder in meine eigenen Gemächer. Manchmal treibt es ihn zu dem Zimmer, das ich bewohne, zu dem einzigen erleuchteten Fenster in diesem verfallenen Palast. Er bleibt zum Essen und dann für mehrere Tage.

 


 

Bartlett

 

picture: http://liquidkid1.deviantart.com

Das habe ich gelernt: Liebe ist ein Wort, das du nur mit blutroter Tinte schreiben solltest. Liebe treibt dich dazu, die seltsamsten Dinge zu tun. Sie lässt dich regenbogenfarbene Bonbons verteilen, sie lässt dich in roten Schuhen durch die Straßen tanzen, und sie schreckt nicht davor zurück, dich nachts mit blutenden Händen Gräber in paradiesische Gärten hacken zu lassen. Liebe schlägt dir tiefe Wunden, aber auf ihre eigene Art heilt sie auch deine Narben, vorrausgesetzt, du vertraust ihr und lässt ihr die Zeit dazu. Meine Narben werde ich nicht anrühren. Ich werde neue Wunden davontragen, noch ehe die alten verheilt sind, und ich werde anderen Menschen Wunden zufügen. Jeder von uns trägt ein Messer. So sind die Regeln, Paleiko.

aus Die Mitte der Welt von Andreas Steinhöfel