Teeladenintermezzo


11.  Ich schalte das Licht aus, und um mich regnen Steine.

Konrad Schulze

10.

Obwohl ich dich nich kenne wachsen Erinnerungen aus deinen Ohren, über deine Haut und den Hals bis hinten zwischen die Schulterblätter, aus denen alte Zärtlichkeit spricht.

9.

Angefangen darüber nachzudenken habe ich erst, als die automatischen Türen im verglasten Supermarkt mich nicht mehr wahrnahmen.

7.

Verfolgst du mich, bis in meinen Tränengarten, so ist es nur deine Hand, die zu meinem Schlaf noch fehlt.

8.

Wenn das Licht ausgeht liegst du so annährend neben mir, dass ich jede Bewegung fürchte, die durch dich hindurchfahren könnte.

Konrad Schulze

5.

Grau wächst die Leere aus einem Riss in meiner Brust, blüht blasslia und fällt von meinen tonlosen Schritten, die mich durch die erwachende Frühlingsstadt tragen.

6.

Sehnsüchtig wartete ich auf den Moment vollständig leer zu sein, um endlich über den Balkon in den Frühlingshimmel entweichen zu können. Im Wind lag Liebe.

Konrad Schulze

3.

Aus der Bewegung meiner Hand wächst dein Gesicht, dass ich gerade noch Küssen kann, bevor es zu Staub zersprungen auf das Meer hinausweht.

4.

Beim Versuch dich zu umarmen, zerbricht mein Zimmer und regnet in farbigen Scherben auf einem Haufen zusammen, unter dem sich mein Schlaf versteckt.

Konrad Schulze

1.

Fernab von der warmen Höhle, wo Beeren und schillernde Insekten jeden Winter überstehen, habe ich mein Fell verloren. von der Suche kehrte niemand zurück.

2.

Obwohl die Lebenden warm durch meine Finger quellen, kann ich mich nicht dazu durchringen, mir endlich das Gesicht zu waschen.