Wenn das Leben einfach passiert, man dahinter steht und zusieht wie es davonläuft. Abläuft. Und die welt biegt sich wie eine hole Plastikhaube um meinen Kopf, ohne ihn zu berühren. Darauf flimmern die Wohlwollenden, die sich freuen. Und zwischen ihnen träumt man, versucht, zurückzufliegen und in den Momenten zu fischen. Und kurz spürt man sie wieder, die Haut. Und das grüne T-Shirt riecht. Bis die Schultern zucken. Heftig. Und dann geschieht mein Leben, geht mit meinen Füßen Schritte, und mein Kopf schrie ‘Nein!’. Mir zugeschaut habe ich, und die Tränen haben die bunte Welt nicht erreichen können. Schwer hängen sie zwischen meinem Wollen und meinem Tun. Ich lege den Kopf auf einen Mühlstein um zu ruhen, friedlich. Die Erinnerung läuft mir aus Mund und Nase, in schwarzer Tinte malen sie sich auf den Stein, der sich langsam unter mir dreht. Kaum bekomme ich Luft, und der Stein ist auch in meinem Hals. Sprechen möchte ich, von mir, es fliegen lassen, doch der Stein bröckelt nur kurz, raspelt und schürft, und die Stimme läuft schwarz aus den Augen. Mein Körper ist zu groß für mich. Ängstlich verstecke ich mich in meinen Füßen, die, die mich davontragen, und schaue von unten in meinen Bauch. Es tropft daraus. Fest drücke ich ein buntes Tier an mich, fester, und spreche mit ihm auf portugiesisch. Die Schritte wirbeln uns durcheinander und vermischen unsere Wünsche. Jeder Schritt zieht dabei eine neue Träne aus meinm Auge, am Faden glitzernd, während ich aus meinen Füßen zuschau. Als ich mich von der Erde löste, kam der Zusammenbruch.

Kahpe

Ich sitze am Grund. Meinem Grund. Ganz unten, und rolle mich zusammen. Ein kleines Paket ganz unten in mir. Dort tut nichts weh. Die Wirklichkeit hat sich in einen Zug gesetzt. Die Wirklichkeit hat sich in einen Zug gesetzt und fährt an mir vorbei. Uch schau ihr aus mir heraus dabei zu, und habe das Gefühl, nicht zu leben. Vorsichtig versuche ich dir Welt zu berühren, aus mir heraus zu langen und zu fühlen, was um mich geschieht. Aber ich zu zu groß, mein Arme sind zu kurz um von meinen Füßen bis aus mir herauszureichen. Also schaue ich mir zu. In mir, noch tiefer als dort wo ich sitze, da vermute ich einen Schmerz. Er ist nicht deutlich. Aber konstant und kalt. Ich vermute, dass er an dem Abstand Schuld hat, oder der Abstand ist, den ich nicht überwinden kann. Jedoch, er ist erträglich. Und fast fühle ich ihn gern, ist er doch alles, was von Ihm übrig blieb. Und gleichzeitig schäme ich mich, dass er so klein ist, mich nicht zerfetzt. Ein kleiner Schmerz, der nicht vorübergehen will. Vermutlich müsste ich ihn bei den Wurzeln packen und ein Loch in mich reißen. Das kann ich aber nicht, passiert das Leben doch außerhalb meiner Reichweite. Und dann plötzlich weine ich, und der Schmerz kommt mir so groß vor, dass ich ihn mir besser wieder klein rede. Das geschieht nicht oft, ich benutze ja Handschuhe und spreche leise mit mir. Und auf einmal bin ich ein Klavier, dass in Sehnsucht nach milchigen, kühlen Fingern beginnt Staub zu atmen. Die Seiten zittern und ab und zu tropft ein Ton von ihnen, der sich auf dem Boden verläuft, jedoch nie den Abgrund überwinden kann, um aus mir herauszufinden. Ich drehe den Kopf beiseite und werde Konrad bleiben, und vielleicht fortgehen. Bis dahin versuche ich wenigstens meine Augen zu erreichen, um sie zu schließen, bevor sie wieder brennen.

Konrad Schulze

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